Fernstudium: Warum viele Arbeiten formal scheitern


Im Fernstudium wie an der FernUni in Hagen, Euro-FH oder der SRH Fernhochschule scheitern Bachelor- und Masterarbeiten selten an fehlendem Engagement. Viele Studenten investieren erhebliche Zeit und Mühe und bestehen dennoch nicht oder erhalten deutlich schlechtere Bewertungen als erwartet. Der Grund liegt häufig nicht im Inhalt, sondern in formalen Schwächen, die in der Bewertung stark ins Gewicht fallen.

Gerade im Fernstudium, wo persönliche Rückmeldungen begrenzt sind, werden formale Anforderungen oftmals unterschätzt. Dieser Beitrag zeigt, welche formalen Fehler besonders häufig zum Scheitern führen, warum sie für Betreuer so relevant sind und wie sich diese Probleme im Zusammenspiel mit KI noch verschärfen können.


1. Fehlende oder inkonsistente Zitierweise

Einer der häufigsten formalen Kritikpunkte betrifft das Zitieren. Betreuer prüfen sehr genau, ob:

  • Zitate korrekt gekennzeichnet sind

  • Seitenzahlen vollständig angegeben werden

  • ein einheitlicher Zitierstil verwendet wird

Vor allem bei KI-gestützten Texten entstehen hier schnell Probleme, da Quellen nicht automatisch korrekt nachgewiesen werden oder Inhalte ohne klare Referenz erscheinen.

➡️ Vertiefend dazu:
KI und Zitieren: Was erlaubt ist und was nicht
Künstliche Intelligenz in der Abschlussarbeit zitieren – ja oder nein?


2. Unsaubere Trennung von Eigen- und Fremdleistung

Ein formaler Mangel mit inhaltlicher Tragweite ist die unklare Abgrenzung zwischen eigener Leistung und übernommenem Wissen. KI-Texte verstärken dieses Risiko, da sie Inhalte oft neutral formulieren und keine erkennbare Positionierung enthalten.

➡️ Ergänzend:
Eigenleistung trotz KI – wie Studenten den wissenschaftlichen Anspruch wahren


3. Formale Inkonsistenzen im gesamten Dokument

Betreuer achten auf formale Konsistenz, unter anderem bei:

  • Überschriftenformaten

  • Abbildungs- und Tabellenbeschriftungen

  • Nummerierungen

  • Schriftarten und Abständen

Charakteristisch für Fernstudenten ist, dass Texte abschnittsweise entstehen – teilweise auch mithilfe von KI – und formale Details nicht konsequent vereinheitlicht werden.

➡️ Passender Kontext:
Typische Fehler in KI-generierten Bachelor- und Masterarbeiten


4. Mängel im Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis ist kein Anhang, sondern ein zentrales formales Element. Häufige Fehler sind:

  • Quellen, die im Text gar nicht verwendet werden

  • fehlende oder doppelte Einträge

  • uneinheitliche Angaben

Problematisch wird es besonders, wenn KI nicht existierende oder unvollständige Quellen erzeugt.

➡️ Vertiefung:
Was sind KI-Halluzinationen?
Wenn KI überzeugend „lügt“: Wie erfundene Fakten täuschend echt wirken


5. Unangemessener wissenschaftlicher Stil

Auch der Stil zählt zu den formalen Bewertungskriterien. Betreuer erwarten:

  • sachliche, präzise Sprache

  • fachlich korrekten Terminologieeinsatz

  • keine umgangssprachlichen oder werblichen Formulierungen

KI-Texte sind häufig sprachlich korrekt, wirken jedoch zu allgemein oder nicht ausreichend wissenschaftlich.

➡️ Hintergrund:
Sprache oftmals nicht ausreichend wissenschaftlich – trotz entsprechendem Prompt
Wie erkennt man, ob ein Text von einer KI geschrieben wurde?


6. Fehlender roter Faden und strukturelle Brüche

Formale Bewertung umfasst auch die innere Struktur der Arbeit. Kritisch sind:

  • Kapitel ohne klaren Bezug zur Fragestellung

  • inhaltliche Redundanzen oder Widersprüche

  • abrupte Übergänge

Insbesondere wenn Texte abschnittsweise mit KI erstellt werden, leidet häufig die Kohärenz.

➡️ Ergänzend:
Warum KI gute Texte schreibt, aber keine guten Argumente


7. Unzureichende formale Endkontrolle

Viele Arbeiten im Fernstudium werden unter Zeitdruck abgegeben, oft ohne abschließende formale Prüfung. Dabei bleiben:

  • Tippfehler,

  • Zitierfehler

  • und formale Inkonsistenzen

unentdeckt, obwohl sie leicht vermeidbar wären.

➡️ Weiterführend:
Menschliches Lektorat vs. KI-Korrektur: Warum die Kombination entscheidend ist


8. Formale Auffälligkeiten und KI-Verdacht

Auch formale Auffälligkeiten können einen KI-Verdacht begünstigen, etwa:

  • sehr gleichförmiger Stil

  • widersprüchliche Begriffsverwendung

  • fehlende Tiefenstruktur

Solche Merkmale führen nicht automatisch zu Sanktionen, können aber eine kritischere Prüfung nach sich ziehen.

➡️ Kontext:
Was passiert, wenn ein Betreuer KI vermutet?
KI-Detektion an Hochschulen: Wie zuverlässig sind aktuelle Tools wirklich?


Formale Sorgfalt ist kein Nebenaspekt!

Im Fern- und berufsbegleitenden Studium entscheidet formale Qualität häufig über Bestehen oder Nichtbestehen. Inhaltlich solide Arbeiten können scheitern, wenn formale Anforderungen nicht konsequent umgesetzt werden.

KI kann beim Schreiben unterstützen, ersetzt aber keine formale Kontrolle, kein wissenschaftliches Verständnis und keine Verantwortung für den Text.


🎓 Unterstützung für Fern- und berufsbegleitend Studierende

Sie möchten sicherstellen, dass Ihre Arbeit formal den Anforderungen entspricht?
Ich unterstütze Sie bei Stil, Struktur, Zitierweise und formaler Konsistenz – auch bei KI-gestützten Texten.

📩 Nutzen Sie das Kontaktformular für eine unverbindliche Einschätzung.